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Die Hochzeitswerkstatt in Zeiten von Corona

Wenn mich jemand Anfang des Jahres gefragt hätte, was ich mir von dieser Saison erwarte, hätte ich ihm geantwortet, dass das wahrscheinlich die beste Saison der Hochzeitswerkstatt seit dem Bestehen werden wird.

So tolle Brautpaare stehen (bzw. standen) von April bis Oktober in meinem Kalender. So tolle Locations, so tolle Dienstleister.

Bei jeder Hochzeit gibt es Herausforderungen, die es zu meistern gilt.
Und ich war mir sicher, bei jeder Hochzeit ein wundervolles Ergebnis am Ende abliefern zu können.

 

Kurz vor dem Lock-Down in Deutschland waren mein Mann und ich im Urlaub. Kraft tanken nach einer anstrengenden Saison, und die Akkus wieder aufladen für das, was mich in dieser Saison erwartet. Drei Wochen waren wir unterwegs und kamen in einem völlig veränderten Deutschland an. Auf einmal steht alles still. Die Angst geht um, gepaart mit Unsicherheit und Zukunftsängsten.

In der ersten Woche dachte ich noch, alles wird wieder gut, das wird schon wieder. Dann kamen die Ausgangsbeschränkungen.
Da wurde mir das erste Mal bewusst, dass es ernster ist, als ich vermutet hatte.

Was macht man jetzt? Erstmal Ruhe bewahren. Das ist eines der Dinge, die ich in meinem Leben gelernt habe.
Blinder Aktionismus hilft nämlich meistens nicht.

 

Dann habe ich alle Brautpaare angerufen. Eins nach dem anderen. Von April bis Oktober.
Wie es ihnen geht, was sie denken, ob sie möchten, dass wir normal weiterplanen oder doch lieber verschieben?

Dann kam der erste Storno. Dann der zweite, dann der dritte. Die April-Hochzeiten fallen alle ins Wasser.
Wie furchtbar für die Brautpaare, die sich so lange schon darauf gefreut haben!

Der nächste Storno kommt, dann beginnen die Verschiebungen. Verhandlungen, lange Telefonate mit Paaren und Dienstleistern
und immer der Versuch, für alle die beste Lösung zu finden.

Und so geht es weiter. Tag für Tag.

 

Ich fühle mit meinen Brautpaaren, die unsicher sind. Die nicht wissen, ob sie ihre Hochzeit überhaupt feiern dürfen. Oder feiern möchten.
Wäre das dann überhaupt eine richtige Hochzeitsfeier, wenn man sich vielleicht nicht in den Arm nehmen darf
oder die Gäste alle Masken tragen müssen?
Kommen überhaupt alle Gäste oder haben ein paar Angst davor, sich evtl. anstecken zu können?
Kann man als Brautpaar die Verantwortung übernehmen und seine (Groß-)Eltern guten Gewissens einladen?
Wird das wirklich ein ausgelassenes Fest, das alle genießen können?
Diese Fragen beschäftigen mich. Schließlich wünsche auch ich mir für jedes Brautpaar, dass sie eine tolle Feier haben können.

Einige Brautpaare möchten abwarten, bis zum letzten Tag. Vor allem, weil sie nicht auf den Kosten sitzenbleiben möchten,
wenn sie zu früh verschieben oder absagen.
Andere Brautpaare reagieren sofort, und suchen einen Alternativtermin.
Bei einigen ist es ein Zwischending. Plan B vorbereiten der greifen kann, wenn Plan A nicht funktioniert.
Doch ist das fair? Zwei Termine blocken und davon ausgehen, dass alle Dienstleister mitmachen?

 

Denn auf der anderen Seite sitzen die Dienstleister. Mit den meisten arbeite ich schon Jahre zusammen. Es stecken Schicksale dahinter, Existenzen. Zukunftsängste plagen eigentlich alle von ihnen.
Und dazwischen bin ich  und versuche, für beide Seiten die beste Lösung zu finden. Ich möchte ja auch, dass ich mit meinen Dienstleistern noch ein paar Jahre länger zusammenarbeiten kann und diese Krise sie nicht in die Knie zwingt.
Wir versuchen es mit Kompromissen und finden – zumindest bislang – immer eine gute Lösung.

Jeder Dienstleister hat sich seinen Job irgendwann mal ausgesucht, weil er die nötige Leidenschaft dafür hat. Weil er sein ganzes Herzblut reinsteckt. Weil ihm die Paare wichtig sind. Und, weil er mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt verdienen möchte.

Es gibt immer eine Lösung. Vielleicht nicht die Traumlösung für jedes Brautpaar aber einen fairen Kompromiss, mit dem beide gut leben können.

Oft ist das ein steiniger Weg, denn die Wünsche der Brautpaare decken sich nicht immer mit den Nöten der Dienstleister.
Es gibt viel Konfliktpotential und Verhandlungsgeschick ist gefragt.

 

Daher mein Apell: Bleibt fair miteinander. Bleibt freundlich!

Wir haben alle das selbe Problem: Wir können gerade keine Hochzeiten feiern.

Euch Brautpaare lässt das verzweifeln, weil Ihr schon so lange auf den Termin gefreut habt. Ihr investiert Zeit, Geld und Nerven, um eine unvergessliche Feier für Euch und Eure Gäste auf die Beine zu stellen.

Aber auch uns Dienstleister lässt das verzweifeln. Wir möchten Euch so gerne alles möglich machen, aber wir müssen auch von etwas leben. Jede Hochzeit, die storniert wird, bedeutet, wir haben kein Einkommen. Und zwar gar keins. Kein Kurzarbeitergeld. Die meisten von uns sind Solo-Selbstständig. Staatliche Hilfen decken nicht alles ab. Daher: Habt bitte auch Verständnis dafür, dass auch wir Dienstleister von etwas leben müssen. Und nicht einfach auf unser „Gehalt“ verzichten können.

Ich bin mir sicher: Wenn wir fair miteinander umgehen und jeder Verständnis für die Situation des anderen hat,
werden wir auch das gemeinsam schaffen.

 

Denn wir alle haben das selbe Ziel: Eine traumhaft schöne Hochzeit zu feiern!

 

Der Bund deutscher Hochzeitsplaner hat in Kooperation mit WeddingRelations eine Seite gestaltet, auf der alle wichtigen Informationen rund um Hochzeiten & Corona zusammengefasst sind. Nach Bundesländern sortiert, wird diese Seite immer auf dem aktuellen Stand gehalten. Informationen gibt es für Brautpaare und für Dienstleister. Schaut unbedingt vorbei: https://corona.weddingrelations.de/

Zum Thema „Umbuchungen und Stornierungen“ haben wir im Bund ebenfalls die wichtigsten Informationen zusammengefasst: HIER klicken